Yusuf Beyazit erzielt in Hinrunde 36 Treffer
Lenglern. Yusuf Beyazit hatte vor der Spielzeit 2011/12 einige Angebote höherklassiger Vereine vorliegen. Dennoch entschied er sich dafür, in dieser Saison die Fußballschuhe für die SG Lenglern zu schnüren und in der 1. Kreisklasse C zu spielen. Zum einen, sagt er, wollte er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, zum anderen überzeugte ihn das Konzept seines langjährigen Freundes, des SG-Trainers Dirk Tauber. Die Zusammenarbeit lief erfolgreich an – äußerst erfolgreich: Von 77 Lenglerner Treffern in der Hinrunde erzielte Beyazit 36. Der Mittelfeldspieler weist eine Torquote von 2,77 Treffern pro Spiel auf. Die Lenglerner, die sich vor der Saison massiv verstärkt haben, grüßen unangefochten von der Tabellenspitze der 1. Kreisklasse C. In 14 Saisonspielen mussten sie bei 13 Siegen lediglich ein Unentschieden hinnehmen (40 Punkte) – beim 2:2 gegen den SC Rosdorf, der hinter der SG und dem SV Türkgücü Münden (35) mit elf Punkten Rückstand auf Platz drei rangiert. Der Liga-Primus kassierte lediglich neun Gegentore. „Ich habe vor der Saison gesagt, wenn ich 30 Tore mache, ist das nicht schlecht“, sagt der 33-jährige Beyazit. Mittlerweile beläuft sich sein persönliches Saisonziel auf 50 Treffer. Wichtiger sei jedoch der Aufstieg, unterstreicht der FC-Barcelona-Fan. „Wenn das nicht klappen würde, wäre ich enttäuscht.“ Beyazit findet Lionel Messi gut, ist sich selbst aber auch für Abwehrarbeit nicht zu schade. „Er holt sich die Bälle auch von hinten“, sagt Tauber, der seinen Leistungsträger gern als „Arbeitstier“ bezeichnet. „Yussi“ sei in Lenglern „total happy und lebt richtig auf“, glaubt der Coach, der seinen Kumpel aus gemeinsamen Zeiten beim SCW kennt. „Was die hier auf die Beine stellen, da können sich einige Landesligisten eine Scheibe von abschneiden“, sagt Beyazit über die SG. Als schönste Zeit seiner Karriere bezeichnet er allerdings die viereinhalb Jahre bei Sparta. Ein Wechsel kommt für den 33-Jährigen nicht in Frage. „Ich werde auf jeden Fall bleiben“, verspricht Beyazit, „es kann sein, dass ich das Traineramt bei Lenglern irgendwann übernehme“ – frühestens jedoch nach seinem Karriereende und unter der Voraussetzung, dass Tauber den Job abgegeben hat. Schon jetzt fungiert Beyazit als rechte Hand des Trainers, übernimmt nicht nur das Aufwärmprogramm vor dem Spiel, sondern bei Abwesenheit Taubers auch das Training. Viele SGer seien zunächst zusammengezuckt, als sie vom Wechsel Beyazits hörten. „Manche denken, er meckert, aber er will nur helfen“, sagt der Coach und fügt hinzu: „Er ist eigentlich ganz pflegeleicht.“ Bisweilen wird Beyazit von Tauber liebevoll als „Holzfuß“ bezeichnet. Zuletzt hat „Holzfuß“ beim Günther-Brosenne-Hallenturnier des TSV Adelebsen zugeschlagen. Neben dem Adelebser Phillipp Schneider (bester Torwart) wurde Beyazit ausgezeichnet – für 15 Treffer als bester Torschütze des Turniers. Damit verteidigte er seinen Erfolg aus dem vergangenen Jahr, als er noch für den damaligen Landesligisten TSV Holtensen auf Torejagd ging. Einer, der in den kommenden Jahren zu Yusuf Beyazit aufschauen wird, ist sein Sohn Lian, der am Montag das Licht der Welt erblickt hat. Vielleicht verleiht der Nachwuchs „Yussi“ in der Rückrunde ja noch einen zusätzlichen Schub.

Quelle: Göttinger Tageblatt
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